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27. Juni 2003
DGB-Aktion in Neumünster
Krankengeld und Zahnbehandlung zusätzlich bezahlen, weniger Arbeitslosengeld für Ältere, Kündigungsschutz abbauen, dieses
waren nur einige Aufkleber auf einer lebensgroßen Kuh in der Neumünsteraner Innenstadt. Unter dem Motto „Das geht auf keine
Kuhhaut“ diskutierten Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes Neumünster nicht nur die aktuellen politischen Vorhaben aus
Berlin, sondern informierten auch über gewerkschaftliche Vorschläge für eine gerechte Gestaltung des Sozialstaates.
„Statt Arbeitslose, Beschäftigte und Kranke immer mehr zur Kasse zu bitten, sollten besser Verdienende keine Senkung des
Spitzensteuersatzes erhalten, außerdem ist für große Vermögen wieder die Vermögenssteuer einzuführen, aber auch die Unternehmen
sind wieder stärker zu den Staatsfinanzen heranzuziehen“, erläuterte der DGB Vorsitzende Klaus-Dieter Bink einen Teil der DGB
Vorschläge für die Reform des Sozialstaates.
Der DGB stelle sich auch der kritischen öffentlichen Diskussion zu den Gewerkschaften.
„Natürlich gibt es Kritik an uns, die auch nicht immer unberechtigt ist. Wenn aber jetzt Politiker behaupten, die
Gewerkschaften sind mit ihrem Festhalten am Kündigungsschutz für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich, dann könnte man
auch behaupten, die Straßen-verkehrsordnung wäre für den lahmenden Autoverkauf oder der Mutterschutz wäre für zu wenige Geburten
verantwortlich. Deshalb wollen wir mit unseren Aktionen auch auf gewerkschaftliche Errungenschaften und Schutzregelungen
hinweisen, wie die Lohnfortzahlung, den Urlaubsanspruch oder die geregelte Arbeitszeit“, erklärte Bink zum Hintergrund der Aktion.
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