21. Oktober 2006
220.000 Menschen demonstrieren für soziale Gerechtigkeit
Als Alternativen zu den von der Regierung geplanten Reformvorhaben nannte Sommer in Stuttgart: Statt die Renten durch die Rente mit 67 zu kürzen, sollten Politik und Wirtschaft die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Menschen überhaupt bis 65 arbeiten können. Statt die Axt an das solidarische Gesundheitssystem zu legen, sollten die gesetzlichen Krankenkassen durch Steuern und durch Beiträge der privaten Kassen stabilisiert werden. Statt Armutslöhnen sollte es Mindestlöhne geben. "Wir erwarten, dass der Gesetzgeber bei den Arbeitseinkommen endlich eine Grenze nach unten einzieht", sagte Michael Sommer. "Stundenlöhne von 3,50 Euro sind und bleiben ein Skandal."
Die Kundgebungen richteten sich auch gegen das zunehmend unanständige Verhalten in der Wirtschaft. Insbesondere gegen diejenigen Manager, sagte Michael Sommer, "die Tausende von Arbeitsplätzen vernichten, "und dabei nicht vergessen, ihre eigenen Bezüge kräftig zu erhöhen". Angesichts von 50.000 jungen Menschen, die in diesem Jahr noch keine Lehrstelle gefunden haben, forderte Michael Sommer die Einführung einer Ausbildungsumlage. "Wer nicht ausbildet, der muss zahlen."
Sommer bezeichnete den Aktionstag als "Auftakt zu weiteren politischen Aktionen der Gewerkschaften und nicht ihr Ende." Bereits jetzt sei es gelungen, "die verbreitete Politikverdrossenheit zu überwinden und Menschen für eine bessere Politik in Bewegung zu setzen". Damit, so der DGB-Vorsitzende, "ist der 21. Oktober ein guter Tag für die Demokratie."
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